AKW Besichtigung

AKW

Am 08.12.2014 hatte ich die Möglichkeit das Kernkraftwerk Gundremmingen zu besichtigen (Dankeschön an die Piraten des KV Günzburg für die Organisation).
Es ist immer sinnvoll sich über Dinge zu informieren bevor man einfach so dagegen ist!

Vor der eigentlichen Besichtigung, auch der Reaktorgebäude, erfolgte der theoretische Teil mit ein wenig Propaganda und Schönfärberei 😉 .

Der Kraftwerksstandort ist Gundremmingen bei Günzburg. Heute sind zwei 1.344-Megawatt-Blöcke seit 1984 (B und C) im Betrieb. Die Anlage erzeugt etwa 30 Prozent des gesamten bayerischen Jahresstromverbrauchs. Zur Kühlung der beiden Blöcke wird das Wasser der knapp einen Kilometer vom Standort entfernt fließenden Donau entnommen.

Aber was ist mit Kraftwerksblock A? Dieser Siedewasserreaktor war nur von 1966 bis 1977 in Betrieb da es zu einem erheblichen Störfall kam, der am Ende den wirtschaftlichen Totalschaden brachte. Der Störfall verursachte bei der Schnellabschaltung Fehlsteuerungen die dazu führten, dass sich im Reaktorgebäude etwa drei Meter hoch Wasser bildetet und die Temperatur auf rund 80 Grad Celsius anstieg.
Durch die Fehlsteuerung kam es dazu, dass zu viel Wasser zur Notkühlung in den Reaktor gepresst wurde. Durch Überdruck-Ventile gelangten zwischen 200 m³ und 400 m³ radioaktives Kühlwasser (ca. 280 Grad Celsius) in das Reaktorgebäude. Das im Gebäude befindliche Wasser wurde später, wie auch die Gase, kontrolliert ins Freie geleitet.
( Quelle Wikipedia)

Dieser Vorfall wurde bei der Besichtigung trotz konkreter Nachfrage ziemlich kleingeredet. Im Rahmen des Vortrages wurden immer wieder die neuen Sicherheitsmechanismen angepriesen, die sämtliche zur Zeit denkbaren Zwischenfälle doppelt und dreifach absichern sollen. In der Theorie mag das natürlich so sein. Aber wir haben jetzt bereits mehrfach das Gegenteil in der Geschichte erlebt. Tschernobyl oder Fukushima sind dabei nur zwei der „spektakulärsten“ Ereignisse. Weiterhin kommt aktuell noch die Ukraine dazu – ein Land in dem Bürgerkrieg herrscht und von dem nur wenig Informationen über einen möglichen AKW-Störfall in Saporoschje die Medienlandschaft durchdringen.
Da haben wir also einen Fall den erst einmal kein Sicherheitsprotokoll abdeckt, oder?

Menschen bilden sich immer wieder ein alles kontrollieren zu wollen und auch zu können. Wir können aber diese Art der Energiegewinnung am Ende genauso wenig kontrollieren wie das scheinbar in Mode kommende Fracking.
Auch wird es unmöglich sein sämtliche möglichen Gefahren abzuschätzen. Atomkraft ist die Büchse der Pandora – einmal geöffnet ist sie nicht wieder unter Kontrolle zu bekommen. Da hilft es auch wenig, dass im „Normalbetrieb“ nur ein geringes Restrisiko besteht. Auf die Frage nach einer zuverlässigen und sicheren Entsorgungsmöglichkeit für den noch ewig strahlenden Müll hat auch noch niemand eine Antwort gefunden.

Wir verseuchen unseren Planeten scheinbar ohne Rücksicht und die Politik, bzw. die momentanen Regierungen, machen sich nur schwer Gedanken über die Folgen.
Man erinnere sich noch an 2010, ein Jahr vor Fukushima. Da wurde von der CDU/CSU und FDP der Ausstieg vom Ausstieg beschlossen. Dies war jahrelang offensichtlich so absehbar, dass Energieversorger sich auf Muttis Wort verlassen konnten und fröhlich weiter in Atomenergie investiert haben, anstatt selbst vorausschauend in umweltfreundliche Technologien und dazu gehörige Speicherentwicklung zu forschen.
Diese derartige Fehlentscheidung der CDU führte 2011, unter dem Schock live im TV explodierender AKW-Gebäude, zu einem übers Knie gebrochenem Ausstieg 2.0.
Jetzt rufen und jammern alle die, die schon den ersten Atomausstieg nicht ernst genommen haben.
Da wird eben wieder auf den alten Esel Kohle gesetzt und Solar oder Windenergie immer noch zu stiefmütterlich behandelt.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist unabdingbar, die Energiegewinnung muss bei den regenerative Ressourcen gesucht und in viel größerem Umfang gefunden werden.

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