Gegen eine Frauenquote

Die Frauenquote – ein Thema bei dem es scheinbar nur schwarz oder weiß gibt. Die Realität sieht m.M. aber anders aus.
Die Gesellschaft, oder eher unsere momentane Bundesregierung, ist seit einiger Zeit der Meinung, dass Frauen auf “interessanten” Posten prozentual nicht stark genug vertreten sind. Doch muss „mann“ in diesem Zug gleich eine Quotenregelung einführen?
Die Frauenquote hat nun mittlerweile den gesetzlichen Einzug in die Wirtschaft geschafft, aber stellen wir damit nicht Geschlecht vor Qualität?
Eine Quotenregelung bedeutet doch nur die Bekämpfung von Symptomen und lässt die Ursachen außer Acht. Frauen brauchen keine Quote um in Aufsichtsräten ein Gnaden-Pöstchen zu bekommen.

Das Frauenbild hat sich in den letzten 70 Jahren sehr stark gewandelt, aus der typischen Hausfrau ist heute eine Multijobberin geworden: Karriere und Familie werden oft genug ohne Weiteres gemeistert. Solche Frauen haben auch kein Problem damit, sich in der Politik oder Wirtschaft gegen Männer durchzusetzen.
Das Spiel der Macht wird bisher von Männern lediglich ein wenig länger gespielt – aber der weibliche Aufholprozess läuft bereits seit vielen Jahren.

Nun kann Das Für und Wider einer solchen Quote ausführlich diskutiert werden, aber kann überhaupt eine Entscheidung getroffen werden, die alle Seiten zufrieden stellen würde?
Das Problem Frauenmangel sollte anders angegangen und gelöst werden. Wer Frauen suchen muss, hat bereits im Vorfeld Vieles falsch gemacht. In der Wirtschaft gehört es dazu, Frauen bereits früh zu führenden Positionen und Aufgaben zu motivieren und gleichzeitig den gesellschaftlichen Rahmen zu schaffen, um Familie genügend Raum zu geben. Deshalb muss die ganztägige Kinderbetreuung ausgebaut und Modelle zur Förderung betrieblicher Kinderbetreuung umgesetzt werden. Die Gesellschaft muss und wird in Zukunft akzeptieren, dass die klassischen Rollen wie ‘Frau gleich Familie’ und ‘Mann gleich Arbeit’ nicht mehr als einzige Modelle existieren.

Frauen gehen zur Lösungsfindung oft andere Wege, die vielleicht in vielen Bereich auf Unverständnis stoßen und nicht ernst genommen werden. Jeder (Frauen sowie Männer) sollten diese unterstützen, um eingetretenen Pfade zu verlassen und den Horizont zu erweitern. In vielen Berufsfeldern sind Frauen bereits gut positioniert und bestehen in ihrem Job. Aber daran muss gemeinsam gearbeitet werden und Lösungen können nicht schwarz oder weiß sein.

Die Frauenquote bedeutet am Ende eine Diskriminierung. Sie steht dafür, dass eine Frau ohne eigene Kraft eine gehobene Position nicht erreichen würde. Diese Aussage stellt für mich eine weitaus größere Diskriminierung dar. Ein erzwungene Quote birgt die Gefahr, dass Positionen mit Menschen besetzt werden müssen, die ohne Quote möglicherweise nicht geeignet sind. Genau dafür werden sich diese “Quotenpersonen” dann immer wieder rechtfertigen müssen.
Dazu kommen Folgeüberlegungen: Wo fängt Quotenregelung an? Fühlen sich Migranten dann nicht auch benachteiligt? Braucht die sexuelle Orientierung auch eine Quote?
Definitiv nein, weder Geschlecht, sexuelle Orientierung noch die Herkunft stellen Qualitätsmerkmale für eine erfolgreiche Arbeitsweise dar.

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