Rede Gemeinderatsitzung vom 10.05.2017

Zum TOP3: Nahverkehrsplan Anhörung

Sehr geehrter Herr OB Czisch, sehr geehrte Frau Bürgermeisterin Mann,
sehr geehrte Herren Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

mit der Vergabe und den Bau der neuen Straßenlinie 2 haben wir die Grundlage für den Nahverkehrsplan gelegt. Nach dem Motto „Ulm baut um“ legen wir nun auch Hand an unsere Liniennetzführung im Ulmer Stadtkreis und machen damit die Vergabe EU-Rechts-konform. Bei diesem umfangreichen Prozess fand ein reger Austausch mit allen Beteiligten statt. Dabei war uns auch eine Harmonisierung mit den Landkreisen ADK und NU wichtig. Die Ortschaftsräte und auch die Bürger*innen haben sich unglaublich umfangreich beteiligt. Über 1.000 Anregungen, Meinungen und Ideen wurden online eingereicht. Man sieht, dass der Ulmer ÖPNV was bewegt.

Es ist dabei allen klar, wie komplex es ist diese unterschiedlichsten Gruppen vom Schülerverkehr, über den Berufspendler bis hin zum Freizeitfahrer zu berücksichtigen und dann entsprechend ihrem Fahrvolumen zu behandeln. Allen Beteiligten ist bewusst, dass es sich hierbei um kein Wunschkonzert handelt. Dennoch tragen alle dazu bei den MIV im Ulm zu verringern.

Dieser neue Plan ist ein wichtiger Meilenstein, gar ein wirklicher Quantensprung. Denn er beinhaltet:

  • Busanbindung aller Ortschaften mindestens im 30-Minuten-Takt von 5:30 Uhr bis 19:00 Uhr werktags, sowie im Stundentakt ab 19:00 Uhr bis Mitternacht;
  • Busanbindung aller Ortschaften mindestens im 60-Minuten-Takt an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, und dieses von 04:30 Uhr bis 0:30 Uhr;
  • In der Praxis wird die Anbindung der größeren Ortschaften deutlich besser sein als diese Mindeststandards;
  • Bisherige Rufbusse werden durch ständig fahrende Fahrzeuge ersetzt;
  • Moderne, barrierefreie und schadstoffarme Busse mit Fahrweg- und Haltestellenanzeigen;
  • Barrierefreie Haltestellen, die meisten davon überdacht und mit einer Abfahrtsanzeige (abhängig von der Fahrfrequenz) versehen – das alles ist in der Innenstadt und den Stadtteilen mehr oder mindern bereits Realität, aber für die meisten unserer Ortschaften richtig viel an Verbesserung.

Das lässt sich die Stadt Ulm auch etwas kosten, denn ein ÖPNV ist durch seinen Ticketverkauf niemals kostendeckend.
An dieser Stelle darf übrigens gerne über den ‚Ticketlosen Nahverkehr‘ nachgedacht werden.

Durch Taktverdichtung, zusätzliche Strecken und auch flächendeckender Barrierefreiheit wird der ÖPNV zukünftig attraktiver gestaltet.

Niemand soll in Ulm an der Haltestelle stehen gelassen werden, weil er oder sie den Bus wegen eines Handicaps nicht besteigen kann. Es reicht dabei nicht, dass nur Bus & Straßenbahn barrierefrei sind. Auch die Haltestellen müssen entsprechend gestaltet sein um einen Einstieg und Umstieg zu ermöglichen. 460 Haltestellen sind eine Herausforderung die wir gerne annehmen.

Ich werde jetzt nicht jede einzelne Streckenanpassung erläutern. Die Anlage auf Papier und im Netz bereitet diese ausführlich auf.
Mein Kollege Michael Joukov wird sich bzgl. der Anbindung im Süden separat äußern.

Der Nahverkehrsplan bedeutet ganz klar, neue Streckenführung und auch neue Liniennummern. Was bei all den Änderungen bleibt, ist die SWU und damit ein ÖPNV aus einem Guss durch einem Ulmer Anbieter mit positiver Außenwirkung.

Wir als GRÜNE begrüßen dies und möchten zusätzlich anmerken, dass bei der Vergabe des Nahverkehrsplans die Laufzeit so zu wählen ist, dass eine Synchronisierung mit den Planungszyklen der Nachbarkreise ADK und NU realisiert wird. Dadurch kann die zukünftige Abstimmung mit unseren Nachbarn vereinfacht und verbessert werden.

Wir begrüßen auch die Prüfung eines Ausbaus der Linie 1 in Söflingen. Dieses fordern wir GRÜNEN schon seit sehr vielen Jahren!

Zum Abschluss möchte ich deutlich zum Ausdruck bringen, dass eine Umstellung auf den neuen Nachverkehrsplan keine Bagatelle sein wird. Trotz umfangreicher Planung wird es anfangs zu Umstellungsschwierigkeiten kommen. Aber wir Ulmerinnen und Ulmer werden nach den ganzen Baustellen sowas mit einem Lächeln nehmen.

LINK: GD 070/17 Nahverkehrsplan

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