Rede in der Gemeinderatssitzung vom 11.02.2015

Rede zu den Tiefgaragenplänen in Ulm (Denise Niggemeier)

Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

mir scheint es, als würden hier zwei Verkehrskonzepte zusammen prallen die absolut nicht kompatibel sind.

Betrachtet man die bereits eingeschlagene Marschrichtung zur Verkehrsberuhigung der Innenstadt, ist schnell offensichtlich, dass der Bau
weiterer Parkplätze gar nicht ins Konzept passen kann. Es kann doch nicht richtig sein, wenn die Straßen auf eine Spur verringert
werden, Tempolimits eingeführt werden um dann dafür im Gegenzug mehr Parkplätze zu schaffen.
Mehr Kapazität bei verringertem Zufluss – scheint seltsam wenn doch eigentlich ein anderes Konzept verfolgt wird.
Unsere Landeshauptstadt Stuttgart ist da leider ein gutes wenn auch trauriges Beispiel, und auch ein GRÜNER OB kann in zwei Jahren die Fehlentwicklungen von 20 Jahren nicht korrigieren. Jeden Tag erlebt diese Stadt ihren Verkehrskollaps.

Meiner – und der meiner Fraktion – Meinung nach führt die Schaffung von noch mehr Parkkapazitäten in der Innenstadt in die
verkehrspolitische Sackgasse , in der Stuttgart auch steckt. Dazu ist der Bau einer Tiefgarage an dieser sensiblen Stelle Ulms einer Operation am offenen Verkehrs-Herzens in Ulm dar. Diese wird uns über Jahre belasten und nicht nur Staus verursachen.
Wir wissen nicht welche Altlasten uns zum Beispiel aus dem zweiten Weltkrieg erwarten oder sonstige Probleme den Straßenbau der Linie verzögern und dazu eine Kostenexplosion hervorrufen.

Ein Bahnhof sollte als Verkehrsknotenpunkt betrachtet werden wo man eine Reise beginnt und nicht in einem Parkhaus endet. Natürlich kann
und soll man PKW nicht komplett den Zugang untersagen. Taxi und Kurzzeitparker (Kiss & Ride) sollten Haltemöglichkeiten gegeben werden. Dazu wird mit weiteren Parkhäusern in der Schillerstraße die Möglichkeit gegeben werden, das Park-and-Rail-Angebot der Bahn zu nutzen un
d damit nicht durch seine externe Anbindung nicht den Innenstandring zusätzlich zu belasten.

Also, es ist unsinnig, zu teuer und mit zu hohen Risiken verbunden jetzt eine Tiefgarage am Bahnhof zu bauen. Dabei werden nicht nur die Kosten explodieren sondern auch das Denken und der Wandelwille der Bürger einbetoniert.

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