Überwachung schützt nicht!

Auch wenn uns immer wieder die geschaffene Sicherheit durch Überwachungskameras vermittelt werden soll, ist mir und vielen anderen Bürgern vollkommen klar, dass dies ein großer Mist ist der uns da versucht wird einzutrichtern.
Dieses Thema ist nicht neu, aber nun ist auch in meinem kleinen Kosmos etwas vorgefallen, dass aufzeigt wie schnell das eigene Leben involviert ist.

Zur Sachlage:
Am Montag war ich mit der Linie 4 Richtung Grimmelfingen unterwegs. Wie den Meisten bekannt ist, überwacht die SWU ihr Fahrzeuge auch im Innern.
Laut Einen SWP-Artikel wird dies auch sehr offensiv und positiv hervorgehoben: „Anders als bei den Außenkameras kann jeder Fahrgast identifiziert werden, um Schmierfinken und Langfingern auf die Spur zu kommen“ (Quelle: SWP Artikel 2011 ).
Am Montag musste ich beobachten, konnte dabei aber leider nicht eingreifen, wie eine Frau beim Verlassen des Busses an der Haltestelle Saarlandstraße einem jungen Mädchen in den vor ihr abgestellten Einkaufkorb griff und mit schnellen Fingern etwas heraus nahm.
Als der Bus wieder los vor bemerkte das Mädchen, dass ihre Geldbörse anscheinend plötzlich nicht mehr im Korb war. Leider war es schon zu spät und der Bus war bereits zur nächsten Haltestelle unterwegs.
Hier fand also offensichtlich ein Diebstahl in der Öffentlichkeit statt.
Bereits beim Verlassen des Busses erfragte ich beim Fahrer ob im Bus aufgezeichnet wird, was bejaht wurden. Der Busfahrer gab an, dass Linie, Busnummer, Uhrzeit und Fahrtrichtung für eine Anfrage zur Video-Auswertung ausreichen.
Ich nahm mich des aufgelösten Mädchens an, verließ gemeinsam mit ihr an der Haltestelle Robert-Dick-Weg den Bus und ging direkt zur Polizei-Dienststelle Weststadt.
Als Zeugin unterstütze ich sie bei der Polizei und wir machten gemeinsam unsere Angaben.
Nun gehe ich also davon aus, dass wegen der Überwachung eine Untersuchung der Situation recht schnell und einfach durchgeführt werden können sollte.
Selbstverständlich wies ich die Beamten sofort darauf hin, dass ja überwacht wird und nannte die Daten zur Anfrage der Aufzeichnung.

Interessant: Es wurde lediglich damit geantwortet, das es doch sehr schwierig sei aus datenschutzrechtlichen Gründen an dieses Material zu kommen.
Es wurde auf dem “Boden“ der SWU eine Straftat begangen, gegen die fadenscheinig seit 2003 Kameras im Einsatz sind um diese Kriminalitätsbelastung zu senken oder sogar Sicherheit zu gewährleisten.

Also wir halten fest:
Die ganze scheinheilige Legitimation der Überwachung ist damit hinfällig. Was soll hiermit also erreicht werden? Für welche Fälle soll denn dann das Material zum Zuge kommen, wenn nicht für offensichtliche Straftaten?
Ich fühle mich in der Gegenwart von Kameras absolut nicht sicherer und ja ich nehme mir auch heraus als mündiger Bürger Dinge verbergen zu wollen und das auch zu dürfen – ohne Verdächtigung und Nachfrage.
Das ist meine Privatsphäre. Das ist eine Errungenschaft aus den Lehren der Geschichte.
Natürlich kommt das Argument „dann sollte man diese Bereiche meiden wo überwacht wird“ – das im alltäglichen Leben umzusetzen erscheint aber unmöglich. Busfahren ist dann schon nicht mehr drin.

Auch ohne diesen Vorfall lehne ich weiterhin die immer weiter zunehmende und kompromisslose Überwachung ab.
Es gibt keine gute oder böse Überwachung, es ist immer ein Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen und wir sollten Grenzen fordern und nicht alles stillschweigend akzeptieren.
„Überwachung schütz!“ ist am Ende nur ein weiteres Märchen auf dem Weg zur Beschneidung von Bürgerrechten und zum Aufbauen immer stärkerer Überwachungsmethoden.

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